Galerie-Eingangsseite

Privates



Schön wär's:

Ein Blockheizkraftwerk für meinen Heizungskeller

Es gibt jetzt schon zu kaufen (für rund 1300 Euro beim "Bauhaus"-Baumarkt) oben abgebildeten -leider luftgekühlten- Diesel-Stromerzeuger mit einer Maximalleistung von 4000 Watt, Dauerstromleistung von 3200 Watt. Der Verbrauch bei Halblast, also etwa 2000 Watt, wird angegeben mit 0,65 ltr. Diesel pro Stunde.

Ich kann den Motor mit Heizöl füttern, was für Betrieb im Haus statthaft ist, dann leistet das Ding bei den derzeitigen Heizölpreisen diese 2000 Watt für 34 Cent pro Stunde, id est, die Kilowattstunde kostet mich 17 Cent, also genauso viel wie der Strom aus der Steckdose.

Obigen 0,65 Liter Heizöl, die in einer Stunde verbraucht werden, wohnt aber eine Energie von 6500 Watt inne. Aus dem Generator kommen 2000 Watt elektrische Energie, bleibt eine Differenz von 4500 Watt. Rechnen wir über den Daumen 1500 Watt Verluste für Reibung und Umwandlung in Strom via Magnetfeld, kommen wir auf etwa 3000 Watt, die im Motor als Wärme entstehen. Diese Wärme könnte man natürlich der Heizung zur Verfügung stellen, wenn dieser Motor wassergekühlt wäre und diese Wasserkühlung mit dem Heißwasserkreislauf der Heizung verbunden wäre.

Das heißt, für 2000 Watt Strom zum RWE-üblichen Preis bekomme ich 3000 Watt Heizungswärme gratis, oder umgekehrt: Dieser Generator heizt mehr als er 'stromt' und deswegen darf ich ihn auch mit Heizöl betreiben, denn ist er genau genommen eine Heizung, die auch Strom liefert.

Die gerade errechneten 3000 Watt Heizungswärme dürften für ein kleines Einfamilienhaus reichen, und wenn es mal wirklich ein paar Tage 10 Grad Frost setzt, springt halt die ja immer noch vorhandene Ölheizung kurzzeitig zusätzlich an. Und den gerade nicht gebrauchten Strom schicke ich via Rasenmäherkabel in das Haus meiner freundlichen Nachbarin.

Nun gehe doch mal ein findiger Hersteller hin und baue uns Ölheizungsbesitzern einen gut schallisolierten, wassergekühlten (auch der Auspuff) Stromgenerator für unsere Heizungskeller, in denen die Ölheizung ohnehin in etwelchen Intervallen ins große Fauchen beim Anspringen kommt, und in dem ein Schornstein vorhanden ist, der auch die Motorenabgase aufnehmen kann.

In Frage käme, weil billig zu haben, ein Motor aus einem Großserienfahrzeug, also z.B. VW-Polo-Diesel. Dieser Motor, direkt aus der Serienfertigung, in schonende Drittel- bis Halblastdrehzahl geregelt, niemals Kaltstart bei klirrender Kälte, niemals in der Drehzahl hochgejubelt wie bei einem kritischen Überholvorgang, ist doch sicher für 500 000 km gut, was einer Betriebszeit von 10.000 Stunden = 417 Tage Dauerlauf = 2 Heizperioden entspräche.

Bitte ich die Herren VW-Ingenieure, den Motor auf Langlebigkeit zu trimmen, können die das ohne Probleme, denn sie brauchen auf die Maxime "möglichst geringes Gewicht" keine Rücksicht mehr zu nehmen, und dann dürften die locker die 3 bis 4 -fache Lebensdauer erreichen, spätestens, wenn sie ein paar Tricks von den Schiffsdieseln übernehmen.

Das alles wäre eine äußerst rentable Sache, wenn man Planungssicherheit hätte. Aber so wie ich den Herrn Finanzminister einschätze, würde der bald jammern, ihm kämen die Energie- und die Mehrwertsteuer des eingesparten Heizöls zum Fehlen und sich umgehend für eine "Blockheizkraftwerksteuer" stark machen.