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Mehrfach schon wurde ich angesprochen auf die am Büdinger Haus installierte Seilwinde,
weil ihr Nutzen wohl auch etliche andere Leute zu überzeugen scheint.
Um in Zukunft nicht mühselig immer lange Antworten durch die Welt schicken zu müssen,
nachstehend die wichtigsten Informationen für eventuelle Nachbauer:

Seilwinde auf Funkfernsteuerung umrüsten
Eine elektrische Seilwinde kann außerordentlich nützlich sein und kostet nicht viel, manche bekommt man für unter 100 Euro.

Ich habe seit vielen Jahren eine auf meinem Dachboden an einem Rohr montiert, das in einem zweiten Rohr steckt, so dass die Winde bei Bedarf durch ein geöffnetes Fenster nach draußen geschoben werden kann, um Dinge, die auf den Dachboden verbracht werden sollen, vor das Speicherfenster zu heben. (Das alte Foto oben zeigt die Winde vor der Aufrüstung mit der Funkfernsteuerung).

Will man aber unten z.B. eine Schlinge um etwas legen, die sich bei Zug um das zu befördernde Gut zusammenziehen soll, braucht man einen Helfer, dem man dann nach oben ruft: "Jetzt kurz heben lassen!"
Mit einer Funk-Fernbedienung kann man dergleichen aber alleine machen.
Im Büdinger Haus (siehe dieses) habe ich eine Seilwinde installiert, die immer draußen ist, sodass, wenn z.B. ein schwerer Einkaufskorb hinaufzuschaffen ist, die Mieter sich per Fernbedienung den Haken herunterkommen lassen können, und besagten Korb aufsteigen lassen können bis vor ihr Fenster.
Solch eine Umrüstung auf Funksteuerung ist keine Hexerei, das sollte jeder schaffen, der schon einmal ein paar Lötstellen gesetzt hat, denn letztlich werden nur Komponenten zusammengeschaltet wie das Foto unten zeigt.

Man erkennt von links: Die Seilwinde, die Handsteuerung, die beiden Relais, das schwarze Funk-Empfänger-Modul, und im Doppelstecker das Netzteil für den Funkempfänger und die Stromversorgung für die Winde.


Was soll nun per Funk-Schaltung passieren?



Die Handsteuerung:
Die Handsteuerung der Winde besteht aus drei Komponenten: Links der Kondensator für die Drehrichtungsänderung des Motors, mittig der Taster mit 3 x 2 Anschlüssen, der rote Block rechts ist der Schalter für den Not-Stopp.

Die Seilwinde ist werkseitig so beschaltet, dass durch den Wipptaster die mittleren beiden Anschlüsse (C1 und C2) doppelpolig auf die jeweils anderen geschaltet werden. Leider doppelpolig, so reichen die einpolig schaltenden Relais dieser Funkfernsteuerung nicht aus, sondern diese steuern ihrerseits je ein Relais an, das nun endlich doppelpolig schaltet. Diese Relais sind ausgelegt auf eine Steuer-Spannung von 230 Volt. Für "Winde auf" muss Mitte blau auf rechts blau (C1 auf E1) und Mitte rot auf rechts rot (C2 auf E2) gleichzeitig geschaltet werden, entsprechend für "Winde ab" Mitte rot auf links rot (C1 auf D1) und Mitte blau auf links blau (C2 auf D2).
Was wird gebraucht?

Die Funkfernsteuerung kam von Herrn Baumert - (siehe baumert-technik.de) -, er nennt sie "2-Kanal Funkfernsteuerung Standard V2.0 VR" und hat eine Kanalverriegelung, die verhindert, dass beide interne Relais ansprechen, wenn versehentlich beide Taster der Fernbedienung gleichzeitig gedrückt werden (das "VR" am Ende steht wohl für diese Verriegelung) . Sie kostet derzeit (Januar 2010) inkl. einem Handsender 44 Euro. Hinzu kommen 10 Euro für das Netzteil. Ein zusätzlicher Handsender kostet 15 Euro.
Die beiden doppelpolig schaltenden 230-Volt-Relais der Firma Finder sind von Conrad-Electronic bezogen, Stückpreis 15,34 € .

Die Verdrahtung ist auf dem oberen Bild gut ersichtlich:
Aus dem Doppelstecker (für Netzteil und Seilwindenstecker) sind zusätzlich die zwei Adern 230V weitergeführt: Die eine (A1) geht an jeweils einen Kontakt für den Relais-Steuerungs-Strom, die andere (A2) geht an die Mittenkontakte der jeweiligen Fernbedienungs-Schalter.
C1 und C2 sind die beiden Mitten-Kontakte der Handsteuerung, D1 und D2 sind mit den beiden Kontakten der Handsteuerung für "Heben" verbunden.
Wird nun der Taster "auf" der Fernbedienung betätigt, schließen die Kontakte Fs-h (Fernsteuerung "heben") , das hintere Relais (für "Heben") bekommt, neben A1 (über B1) nun auch den zweiten Pol für den Steuerstrom und zieht an. Folglich sind nun gleichzeitig C1 mit D1 und C2 mit D2 verbunden und die Winde zieht hoch.
Entsprechend wird das Senken bewerkstelligt über das Schließen von Fs-s (Fernsteuerung "senken"), sodass nun das vordere Relais über die Ader B2 unter Steuerstrom steht und durchschaltet für das Senken.
Das war's dannn schon!


Für die nachdrücklich Interessierten im Folgenden noch ein paar Passagen aus den jeweiligen Gebrauchsanleitungen:




Fernsteuerung:
3. Bestimmungsgemäße Verwendung:
Der bestimmungsgemäße Einsatz dieses Gerätes ist das Fernschalten von elektrischen Verbrauchern, in Verbindung mit einem 2-Kanal-Sender TX3316(R). Ein anderer Einsatz als vorgegeben ist nicht zulässig!

4. Lieferumfang:
1x Steuergerät (Standard-Version)
1x Handsender TX3316 (R) inkl. Batterien
1x Bedienungsanleitung

5. Produktbeschreibung:
Mit diesem Steuergerät und dem Handsender können Sie zwei elektrische Verbraucher unabhängig voneinander per Funk ansteuern. Die beiden Kanäle sind softwaremäßig gegeneinander verriegelt. Das bedeutet, wenn ein Kanal geschaltet hat, kann der andere Kanal nicht eingeschaltet werden. Manipulationen werden durch das ,Code-Hopping' Sicherheitsprinzip vermieden (Rollcode - permanenter Sendecodewechsel bei jedem Tastendruck). Aufgrund der Reichweite von bis zu ca. 50 m (im Freifeld) ist dieses Fernsteuerungssystem ideal geeignet für Sicherheits-, Installations- und Alarmtechnik oder zum drahtlosen Steuern von fast allen elektronischen Anlagen in Haus, Garten, Büro oder Werkstatt. Reichweiten vermindernd sind magnetische Störfelder (z.B. andere Sender, Hochspannungsleitungen), Bebauung jeglicher Art, sowie störstrahlungsproduzierende Geräte (z.B. PCs, elektrische Maschinen, Starkstromgeräte etc.). Diese Störeinflüsse können die Reichweite auf nur 20-30 m verringern. Das lernbare Steuergerät ermöglicht den Betrieb von bis zu 15 Handsendern. Die Handsender werden mittels einem Tastendruck beim Steuergerät angelernt. Die angelernten Handsender werden gespeichert und bleiben auch bei Stromausfall erhalten. Die beiden Kanäle besitzen jeweils einen Wechselkontakt mit hoher Schaltleistung.

9. Funktion:
Das Relais schaltet entsprechend dem Tastendruck. Wird eine Taste des Handsenders betätigt, so zieht das entsprechende Relais an. Wird die Taste wieder losgelassen, so fällt das Relais wieder ab. Sobald ein Kanal geschaltet hat, wird der andere gesperrt. Es können nie beide Kanäle gleichzeitig eingeschaltet werden.

10. Handsender:
o Handsender anlernen
Zum Handsender anlernen betätigt man kurz die kleine Taste am Steuergerät. Nach der Betätigung leuchtet die grüne LED für ca. 30 Sekunden. Das Leuchten der LED signalisiert, dass sich das Steuergerät im Anlernmodus befindet. Der Handsender wird nun durch das Betätigen der oberen Taste angelernt. Es können bis zu 15 Handsender angelernt werden. Werden mehr als 15 Handsender angelernt, so werden die zuerst angelernten wieder gelöscht. Wurde ein Handsender zweimal angelernt, so wird dieser nur als einer angesehen und es wird kein zusätzlicher "Senderspeicherplatz" belegt. Die Handsender werden gespeichert und bleiben auch bei Stromausfall erhalten.
o Handsender löschen
Wird die kleine Taste am Steuergerät länger als 10 Sekunden betätigt, so werden alle bereits angelernten Handsender gelöscht.

11. Fehlersuche:
o Das Steuergerät reagiert nicht auf Tastendruck:
o Batterie des Handsenders leer ->Batterie austauschen o Spannungsversorgung fehlt -> Spannungsversorgung prüfen
o Die LED am Handsender leuchtet nur sehr schwach und/oder flackert beim Betätigen einer Taste:
o Batterie des Handsenders leer -> Batterie austauschen
Seilwinde
Aussetzbetrieb:
o Die Einschaltdauer von 20% bezieht sich auf einen Zeitraum von 10 Minuten. D.h. nach 2 Minuten Betrieb muss eine Kühlpause von 8 Minuten eingehalten werden. (Ist Quatsch!)
Überlastung
o Die Seilwinde ist nicht für Dauerbetrieb geeignet. Der Motor ist gegen Überlastung durch Überhitzung mit einem Temperaturwächter geschützt.
o Wird die zulässige Betriebszeit überschritten, erhöht sich die Motortemperatur und der Temperaturwächter schaltet die Seilwinde ab. Erst nach einer Abkühlpause schaltet der Temperaturwächter wieder selbstständig ein. (Bezieht sich wohl auf die Voll-Last, braucht man nicht ernst zu nehmen, habe ein Abschalten noch nie erlebt)
o Bei einer Belastung des Seilhebezugs mit einer geringeren Last erhöht sich die Betriebszeit und die Pausenzeit verkürzt sich. (Sag ich ja!)
o Achtung! Bei direkter Sonneneinstrahlung erhöht sich die Gehäusetemperatur deutlich, dadurch wird auch die zulässige Betriebszeit verringert. Es ist also möglich, dass der Temperaturwächter bereits nach einer kürzeren Zeit anspricht und die Seilwinde abschaltet. Warten Sie, bis sich das Gerät abgekühlt hat.

Bedienungsvorschriften:
Die Bedienung von Seilwinden ist nur Personen gestattet, die nachweisbar mit den Bedienungsvorschriften vertraut sind.
o Die Arbeitsposition ist so zu wählen, dass die Bedienperson nicht von herabstützenden Lasten gefährdet werden kann.
o Vor dem Heben oder Senken einer Last ist zu gewährleisten, dass sich keine Person im
Gefahrenbereich aufhält.
Die Last darf nicht unmittelbar mit dem Hubseil, sondern muss immer am Lasthaken
befestigt werden.
o Die Bedienperson muss die Bewegung der Last ständig im Auge behalten. Kann die Bedienperson die Auf- oder Abbewegung nicht einsehen, so ist der Gefahrenbereich abzusperren und Einweiser, die das Arbeitsfeld überblicken, einzusetzen.
o Die Bedienperson muss das Ende des Lastweges einsehen können, um das betriebsmäßige Anfahren des Notendschalters zu vermeiden.
o Wird die Seilwinde von der Bedienperson mit schwebender Last verlassen, so ist der
Gefahrenbereich unter der Last zu sichern. Seilwinden dürfen nur zum Heben und Senken von Lasten verwendet werden, das Befördern von Personen ist grundsätzlich verboten.
Ein Verhaken der Last ist unbedingt zu vermeiden, um die Seilwinde nicht zu überlasten.
Die zu befördernde Last muss immer fest und sicher am Befestigungshaken eingehängt
werden.

Beschreibung der Bedienelemente Kabel-Fernbedienung:

NOT-Aus-Schalter:
Durch Betätigen des Not-Aus-Schalters kann die Seilwinde bei einem Notfall sofort abgeschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert werden. Um das Gerät wieder betriebsbereit zu machen, muss der Not-Aus-Schalter zuerst im Uhrzeigersinn gedreht werden, dadurch wird die rote Taste entriegelt und die Seilwinde kann wieder verwendet werden.

Bedienschalter:
Die Bedienung der Seilwinde erfolgt mit dem Bedienschalter (Kippschalter) (10) an der Kabel-Fernbedienung, der je nach Laufrichtung zu schalten ist. Schalten Sie nicht direkt von Vor- auf Rücklauf, sondern halten Sie das Gerät dazwischen an. Der Bedienschalter muss sich vor Arbeitsbeginn in AUS-Stellung befinden.
Endabschalter mit Abschaltbügel (2)"
Oberhalb des Lasthakens ist ein Abschaltgewicht am Stahlseil montiert. Sollte beim Anheben einer Last die Seilwinde nicht rechtzeitig abgeschaltet werden oder die Kabel-Fernbedienung defekt sein, stößt das Gewicht gegen den Bügel des Endschalters und die Seilwinde wird abgeschaltet. Dadurch wird ein Überhitzen des Motors verhindert. Vermeiden Sie unbedingt das absichtliche Anfahren des Abschaltbügels! Ein weiterer Endschalter an der Seiltrommel gewährleistet, dass 2-3 Umdrehungen des Seils beim Abrollen auf der Trommel verbleiben und dass das Seil nicht in falscher Richtung auf die Trommel gewickelt wird.

Gebrauch
o Lassen Sie auch im voll ausgefahrenen Zustand mindestens drei Windungen auf der Seiltrommel, um das Seil nicht zu beschädigen.
o Kann die Seilwinde ein Gewicht nicht sofort anheben, schalten Sie die Seilwinde sofort ab,
um Beschädigungen und Unfälle zu vermeiden. Beachten Sie einen sicheren Sitz der Last am Haken und halten Sie sich stets von Last und Stahlseil entfernt.
o Bei Herablassen einer Last ist zu beachten, dass die Seilwinde beim Anhalten noch einige Zentimeter nachlaufen kann, daher rechtzeitig stoppen.
o Sorgen Sie dafür, dass das Tragseil nicht mehr als ca. 15º ausgelenkt wird.