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Michel Rougié
(Paris)

Moderne Landschaftsmalerei



Ein etablierter Künstler
Michel Rougié gehört zu den ‚Altmeistern' der zeitgenössischen Kunstszene in Frankreich.
Er sitzt seit vielen Jahren im Präsidium des Französischen Künstlerverbandes Société des artistes français als "Adjoint à la Présidence", wie das Internet-Lexikon Wikipedia ausweist.
Es ist nachvollziehbar, dass Künstler unter den ihren nur einen solchen Kollegen an die Spitze ihrer Interessenvertretung wählen, den sie als in der Kunstszene etabliert und als erfahren und seriös einschätzen.
Und in der Tat: Schon 1966, so sagt seine Biographie, erfolgte seine erste Präsentation im Rahmen einer Ausstellung der "Groupe artistique du Club France Soir".


Subjektive Sicht auf das Typische
"Ich male die Landschaft so, wie ich sie gerade sehe." Dieser Satz von David Hockney könnte auch von Michel Rougié stammen. Jeder, der schon einmal in einem Flugzeug über unsere Kulturlandschaft geflogen ist, sieht am Boden von Menschenhand gestaltete Felder, Wiesen und Wälder, scharfkantig getrennt durch Wirtschaftswege, Straßen, durch teilweise begradigte Wasserläufe und Flüsse, eine Geometrie der Agrikultur. Geometrische Muster einer sinnreich gestalteten Landschaft.
Und was vom Flugzeug aus flächig wirkt, bekommt von einem bodennahen Standort, seinem bevorzugten Standort, durch die Topographie, durch Hügel und Senken, die sphärische Komponente hinzu, und vornehmlich diese Kombination bildet sein zeichnerisches Grundgerüst.


Falschfarben
Will man bei der Auswertung von Satellitenfotos den Bewuchs auf der Erde untersuchen, muss man die Grünflächen des flachen Bewuchses wie Wiese und junge Getreidepflanzen vom hohen Bewuchs, vom Grün z.B. eines Waldes trennen, um zu detaillierteren Erkenntnissen zu kommen. Hierzu bedient man sich seit langem der sogenannten Falschfarben. Man lässt in die Satellitenfoto- Dateien die Informationen über die Höhe des Bewuchses einfließen und sagt dem auswertendem Computer, er möge beispielsweise alles Grün aus dem hohen Bewuchs rosa einfärben. Das heißt also, Falschfarben sind äußerst hilfreich bei der Suche nach einer naturwissenschaftlichen Wahrheit.
Ob Rougié auf der Suche nach einer -nach seiner- gestalterischen Wahrheit diese naturwissenschaftlichen Kunstgriffe im Kopf hat, wage ich zu bezweifeln, Fakt aber ist, dass er oftmals die von der Natur vorgegebenen Farben ignoriert und mit großer Sensibilität ureigene Farbwahl einsetzt, um die Abgrenzungen der Flächen voneinander zu erhöhen und so seinem Gemälde seine ureigene Ästhetik einzuhauchen.


In der Tat: Moderne Landschaftsmalerei
Wie haben es also nicht mit Abbildungen von Landschaften zu tun, sondern mit Rougiés künstlerischen Interpretationen von Landschaften. Der Grad seiner Abstraktion ist von Bild zu Bild verschieden. Mal erscheint die Landschaft fast realistisch, in manchen seiner Gemälde aber ist die Abstraktion so weit geführt, dass man nur eine Geometrie auf dem Bild vorfindet, und ausschließlich die eigene Assoziation einen an "Landschaft" denken lässt.
Der Zufall wollte es, dass gerade vor der Vernissage seiner Einzelausstellung bei uns das Kirchenblättchen erschien mit einem Titelfoto (links), das, gegenübergestellt unten abgebildetem Gemälde, besser als tausend Worte die Berechtigung von Rougiés Auffassung von Landschaft dokumentiert.


   
Rechts absichtlich hier in schwarz-weiß: Michel Rougiè "Couleurs d'automne" (Farben des Herbstes) Öl/Lw., ohne Jahr, 92 x 73 cm

Renommee

Eine Auflistung seiner Einzelausstellungen und seiner Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland würde den Rahmen dieses Informationsblattes sprengen, die Aufzählung der von ihm errungenen Kunstpreise ergibt wenig Sinn, denn der Rang der preisverleihenden Salons und Wettbewerbe ist hierzulande nicht einzuordnen, hervorzuheben ist aber ohne Zweifel der Ankauf einer Arbeit von ihm durch den französischen Staat.
Die renommierte französischen Kunstzeitschrift "Revue univers des arts" widmete Rugié im Mai 2007 eine Doppelseite mit vier Abbildungen von seinen Gemälden, dazu einen äußerst lobenden Text von Nicole Lamothe, in dem die Rede ist von "Reinheit der Zeichnung, die durch intensive Farben Leben eingehaucht bekommt" und " Die Natur wird von ihm interpretiert in ‚une vision décantée' einer abgeklärten Sichtweise".


Weitere Pressestimmen namhafter französischer Kunstkritiker:

Nicole Lamothe:
Hier haben wir es mit eine Bild zu tun, das uns die Natur rein und unvermischt betrachten lässt durch einen klar strukturierten Aufbau, gemäßigt durch eine ursprüngliche Farbskala. Das Werk Michel Rougiés, in seiner Gesamtheit manchmal nahe an der Abstraktion, folgt dem Rhythmus einer strikten Geometrie, die sich Ebene um Ebene übereinanderschichtet und so die Weite des Raums deutlich werden lässt.

Robert Laroche:
Das gekonnte Spiel mit der Tiefe des Blickfeldes, die Linie, die sich der Reißbrettzeichnung annähert, die Farbpalette, die Tiefenwirkung und Licht schafft, die bescheidene Zurückhaltung der Beleuchtung zeigen uns den Anspruch Michel Rougiés, entschlüsseln aber nicht vollständig sein poetisches und geheimnisvolles Universum

L'Ardennais:
Als Spezialist der warmen Farbtöne öffnet uns Michel Rougié neue Horizonte, wie es dieses Bild Nr. 5 "Rosa Himmel" bezeugt. Das ist eine Landschaft, wie man sie nie zu Gesicht bekommen wird. Die Zeichnung reduziert sich auf die einfachste Linie, ihre ursprüngliche Form, dennoch ist in ihr alles enthalten. Es gibt weder Schnörkel noch oberflächliche Linienführung. Der Baum mit seinen fast verschwimmenden Konturen ist so mächtig, die Hügel wachsen unaufdringlich empor, der Himmel ist zwar rosa, aber dennoch sehr blau.

Nice Matin:
Ein Spaziergang jenseits der Wirklichkeit. Michel Rougié gibt durch eine horizontale Malerei diesen Landschaften eine Richtung ins Unwirkliche. Die Wirkung ist packend, seine Bilder saugen uns ein in ihre unendliche Weite.