Eine wohltuend geordnete Welt der Bilder

AUSSTELLUNG In den Werken Michel Rougiés stimmen Bildaufbau, Farben und Maße




(Die Kunsthistorikerin Frau Dr. Irmgard Wolf im General-Anzeiger, Bonn, September 2001 :)


Von Irmgard Wolf

WACHTBERG-BERKUM. Der Galerist Bodo Schroeder stellt zurzeit Bilder des französischen Malers Michel Rougié in der Turmgalerie in Berkum aus. Der Künstler gibt als Standort Paris an. Seine Landschaften sind eher südlicher angesiedelt. Rougié macht sich einen Satz von David Hockney zu eigen: "Ich male meine Umgebung, wie ich sie gerade sehe". Und das kann je nach Stimmung, Jahreszeit, Tagesszeit oder Standort sehr verschieden
sein.

Glaubt man sich eben noch vor einer nahezu realistischen Landschaft unter schwerem Himmel" deren diagonale Aufteilung fast klassische Maßstäbe hat, so führt Rougié andererseits zur Erkenntnis der Erdstrukturen, wellt Wege auf oder Saatfelder, die über ansteigende Bodengestaltung gleiten. Er breitet Blumenteppiche oder blühende Felder aus mit geometrischer Präzision im "Auftakt des Sommers". der farbige Furchen zieht.

Da sind Blumenwiesen, die abstrakt wie leuchtende Bänder verlaufen, und dann folgt eine "grüne Insel" von Buschwerk mit liebenswürdiger Selbstverständlichkeit neben den gelben Rhomben reifer Felder. Voller, farbsatter Sommer und Erntestimmung, die Sich in bräunlichen Tönen gibt. sie fordern und finden jeweils einen angemessenen Himmel, tiefe oder hohe Horizonte. Hier stimmt alles, Perspektive und Bildaufbau, das Verhältnis der Farben und die Maße der Ölbilder. Eine wohltuend geordnete Welt, die der Künstler in drei Schaffensperioden aufgebaut hat und die auch den Weg von der Wirklichkeit zur Abstraktion gültig nachvollziehen lässt.


Die Ausstellung bleibt bis zum 3. Oktober in der Turmgalerie in Berkum, Am Bollwerk 12, und ist montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr geöffnet, am Wochenende nach Terminvereinbarung.